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Podiumsdiskussion

Auf dem Land herrscht noch Anstand!

Warum Lesben und Schwule im Lokalen kaum vorkommen

Sven Kneipp (Bürgermeister Merklingen), Christina Herz (NDR Hannover), Moderator Martin Munz (BLSJ Vorstand), Heidi Breer (freie Journalistin, Köln) auf dem Podium in München. Foto: Franziska Senkel.

Sven Kneipp (Bürgermeister Merklingen), Christina Herz (NDR Hannover), Moderator Martin Munz (BLSJ Vorstand), Heidi Breer (freie Journalistin, Köln) auf dem Podium in München. Foto: Franziska Senkel.

Noch immer zieht es Lesben und Schwule vom Land in die Städte, weil sie sich dort weniger ausgegrenzt fühlen. Mögen Homosexuelle in den Ballungsräumen mittlerweile weitgehend akzeptiert sein, auf dem Land schweigt sich die Masse darüber aus. Und die Medien schweigen auch allzu oft. Noch immer haben Artikel in Lokal- und Regionalzeitungen, in denen Lesben und Schwule vorkommen, Seltenheitswert. Für den Abbau von Vorurteilen gegenüber Lesben und Schwulen wirkt sich dieses Ignorieren negativ aus. Welche Ursachen hat das Schweigen? Greifen Journalisten das Thema nicht auf, weil sie nichts “falsch” machen möchten? Trauen sich homosexuelle Journalisten nicht, “ihre Themen” vorzuschlagen, weil sie nicht in die Homo-Schublade gesteckt werden möchten? Wie gelingt es Journalisten, Lesben und Schwulen in ihre Berichterstattung zu integrieren?

Unter dem Titel “Auf dem Land herrscht noch Anstand” hat der BLSJ im November 2012 eine Podiumsdiskussion organisiert. Die Veranstaltung fand als Teil einer zweitägigen Fachkonferenz des Vereins Netzwerk Recherche in München statt.

Sven Kneipp (Bürgermeister Merklingen), Christina Herz (NDR Hannover), Moderator Martin Munz (BLSJ Vorstand), Heidi Breer (freie Journalistin, Köln) auf dem Podium in München. Foto: Franziska Senkel.

Sven Kneipp (Bürgermeister Merklingen), Christina Herz (NDR Hannover), Moderator Martin Munz (BLSJ Vorstand), Heidi Breer (freie Journalistin, Köln) auf dem Podium in München. Foto: Franziska Senkel.

Auf dem Podium erzählte Sven Kneipp, offen schwuler Bürgermeister der Gemeinde Merklingen auf der Schwäbischen Alb, von seinen Erfahrungen während des Wahlkampfes, seit seiner Einführung im Amt und vom – nach ersten irritierten Nachfragen – erfreulich entspannten Umgang der Medien mit seinem Schwulsein. Christina Herz, einst im NDR-Regionalstudio Oldenburg und mittlerweile beim Landesmagazin “Hallo Niedersachsen” Redakteurin, bestätigte die These, dass Schwule, aber vor allem Lesben in regionalen und lokalen Medien kaum vorkommen. Ein wichtiger Grund liege darin, dass es häufig sehr schwierig sei, lesbische und schwule ProtagonistInnen zu finden, die sich zu einer Berichterstattung bereit finden würden. Dem stimmte auch Heidi Breer, langjährige Redakteurin bei den Kieler Nachrichten und mittlerweile freie Autorin in Köln, zu. Viele Homosexuelle lebten auf dem Land sehr zurückgezogen, fast versteckt. Da falle vielen der Schritt in die Medien sehr schwer.

6-seitiger Bericht zur Podiumsdiskussion in der “nr-Werkstatt” ab Seite 38; herunterladbar in unterschiedlichen Formaten: PDF, epub, mobi.

Weitere Informationen zur Veranstaltung des Netzwerks Recherche